Fantasiereise für Kinder: Hilft sie wirklich beim Entspannen?

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Inhalt5 Abschnitte
Schaubild: Eine Fantasiereise führt zu zwei Wirkungen, leichter entspannen und Lektionen vermitteln

Kurz gesagt

Eine Fantasiereise nimmt ein Kind in Gedanken in eine magische Welt mit. Laut Vorwort des Buchs von Anika Pätzold helfen Fantasiereisen Kindern, sich leichter und schneller zu entspannen, und vermitteln spielerisch Lektionen für den Alltag. Eine Studie nennt das Buch dafür nicht; seine Geschichten haben Heldinnen und Helden, mit denen sich ein Kind identifizieren kann.

Antwort von Redaktion Remote Verlag zum Buch ‚Entspannte Fantasiereisen für gefühlsstarke Kinder‘

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Vorwort stellt das Abbauen von Ängsten und das Stärken des Selbstbewusstseins auf eine Stufe mit praktischen Fähigkeiten.
  • Die Geschichten verbinden magische Welten mit Sorgen aus dem Kinderalltag, damit sich ein Kind in der Hauptfigur wiederfindet.
  • In zwei Geschichten geben magische Wesen, im Buch Traumwächter genannt, den Kindern im Traum einen kleinen Gegenstand mit, der sie später an das Erlebte erinnert.
  • Das Thema jeder Geschichte steht im Titel; kürzere Geschichten finden sich in den Kapiteln zu Frühling und Winter.

Timo kam an diesem schwülen Sommertag völlig durchnässt nach Hause, nachdem ihn nach dem Fußballspiel zwei ältere Mitspieler geärgert hatten. Seiner Mutter genügte ein Blick auf ihn, um zu entscheiden, dass ihr Sohn erst einmal ein warmes Bad brauchte. Timo murrte zwar, ließ dann aber Wasser in die große Eckbadewanne laufen und schaltete auf seinem Handy die Lieblingsplaylist ein. Im warmen Wasser konzentrierte er sich ganz auf die rockigen Gitarrenklänge. Es dauerte nicht lange, bis seine Lider schwer wurden und er in einen leichten Schlaf sank. Vor seinem inneren Auge erschien eine bauschige weiße Wolke.

Mit dieser Wolke beginnt die Fantasiereise in „Ein magisches Bad“, einer der Geschichten, die Anika Pätzold für Kinder geschrieben hat und die Eltern vorlesen können. Viele Eltern, deren Kind schwer zur Ruhe kommt, fragen sich bei solchen Geschichten, ob eine Fantasiereise im echten Leben etwas bewirkt oder ob sie eine hübsche Vorlesegeschichte bleibt. Das Vorwort des Buchs gibt darauf eine Antwort, ohne sich auf eine Studie zu stützen, und die Geschichten selbst zeigen, wie diese Antwort gemeint ist.

Leichter und schneller entspannen, spielerisch dazulernen

Das Vorwort, das der Remote Verlag und die Autorin gemeinsam unterzeichnen, beginnt mit einem Gedanken, der weiter reicht als die Entspannung. Für Kinder, heißt es dort, zählt es genauso viel, Ängste abzubauen und Selbstbewusstsein zu gewinnen, wie praktische Fähigkeiten zu lernen. Als glückliches Kind beschreibt das Vorwort eines, das mit seinen Gefühlen gesund umzugehen weiß, Liebe und Aufmerksamkeit bekommt und in einem geborgenen Zuhause groß wird.

Erst vor diesem Hintergrund kommen die Fantasiereisen ins Spiel, und das Vorwort gibt ihnen zwei Aufgaben zugleich.

Traum- und Fantasiereisen befähigen Kinder nicht nur dazu, sich leichter und schneller zu entspannen, sondern helfen ihnen zusätzlich dabei, spielerisch wertvolle Lektionen zu lernen, die sie in ihrem Alltag anwenden können.

Das Vorwort spricht Fantasiereisen also eine entspannende Wirkung zu und meint damit mehr als Ruhe. Eine Fantasiereise soll das Kind entspannen und ihm auch etwas mitgeben, das es nach dem Vorlesen noch brauchen kann.

Heldinnen und Helden, in denen sich ein Kind wiederfindet

Wenn eine Geschichte beides leisten soll, stellt sich die Frage, was sie dafür geeignet macht. Das Vorwort beschreibt dazu, wie die Geschichten gestaltet sind.

Die im Buch vorgestellten Geschichten entführen in bunte und magische, aber auch realitätsnahe Welten, mit deren Heldinnen und Helden sich jedes Kind identifizieren kann.

Der Satz verbindet zwei Seiten, die auf den ersten Blick nicht zusammengehören. Die Welten sind bunt und magisch, und doch sind sie nah an der Wirklichkeit, weil ihre Heldinnen und Helden Sorgen tragen, die Kinder aus dem eigenen Alltag kennen. Naheliegend ist deshalb die Lesart, dass ein Kind, das in der Heldin oder dem Helden eine eigene Lage wiedererkennt, sich in die Geschichte fallen lassen und zugleich etwas aus ihr mitnehmen kann.

Dazu kommt die Sprache. Laut Vorwort sind die Geschichten leicht verständlich geschrieben, und sie laden zum Träumen, Entspannen, Schmunzeln und Nachdenken ein. In dieser Reihe steht das Entspannen gleichberechtigt neben dem Nachdenken, und auch das Schmunzeln hat seinen Platz.

Vom Alltag in den Traum und mit einer Erinnerung zurück

Wie solche Heldinnen und Helden aussehen, zeigen zwei Geschichten aus dem Buch. Beide beginnen bei einer Sorge, wie sie Kinder kennen, führen über den Schlaf in den Traum und bringen ihren Helden mit einem kleinen Gegenstand zurück, der ihn an das Erlebte erinnert. Timo, der Junge aus dem Bad, ist drei Jahre jünger als die beiden Mitspieler, die ihn ärgern, und der freundliche Trainer ist da schon nicht mehr auf dem Platz. Im Traum tritt aus einem Strudel glitzernder Lichter ein winziges Wesen hervor und stellt sich als Fallassima vor, „Wächterin der Träume und Erfüllerin aller Wünsche“. Auf ihre Frage nach seinem Wunsch antwortet Timo, er wäre gern selbstbewusster, wenn ihn jemand ärgert.

Justus, der Held der Geschichte „Das magische Seepferdchen“, steht morgens vor dem Spiegel und hat die gemeinen Worte eines Nachbarsjungen über seinen Bauch im Kopf. Auf seiner Brust fühlt es sich an, als läge dort ein riesiger Felsbrocken. Er legt sich noch einmal in sein Bett und grübelt, bis ihm schließlich die Augen zufallen. Im Traum trifft er Heronimus, der sich stolz als „erster Traumwächter“ und einer der besten Wunscherfüller aller Zeiten vorstellt. Traumwächter nennt das Buch diese magischen Wesen, denen ein Kind im Traum begegnet und die ihm einen Wunsch erfüllen.

Aufschlussreich ist, wie beide Geschichten enden. Fallassima steckt Timo etwas in die Brusttasche, bevor er in der Badewanne aufwacht. Einige Tage später, als die beiden Älteren ihn wieder verfolgen, greift er in seine Hosentasche und findet einen blauen Stein, und mit ihm kehrt die Erinnerung an den Traum und an seinen Wunsch zurück. Statt wegzulaufen, wendet er sich zu den beiden um und sagt ihnen, dass er bei jedem Training sein Bestes gibt und dass es feige ist, jemanden zu ärgern. Justus bekommt von Heronimus ein hellblaues Seepferdchen, damit er die Worte des Traumwächters nicht vergisst. Als er aufwacht und sich wieder vor den Spiegel stellt, steht sein Bauch noch immer etwas hervor, doch das schwere, traurige Gefühl in seiner Brust spürt er nicht mehr. In der Hosentasche ertastet er das Seepferdchen, und am Nachmittag will er ins Schwimmbad gehen, ganz gleich, was jemand über seinen Bauch sagt.

An diesen Enden wird sichtbar, was das Vorwort mit Lektionen meint, die ein Kind im Alltag anwenden kann. Schlaf und Lektion gehören in diesen Reisen zusammen, denn erst als Timo und Justus eingeschlafen sind, begegnen sie dem Wesen, das ihnen weiterhilft.

Vier Kästen in einer Reihe mit Pfeilen: Sorge, Schlaf, Traum und kleiner Gegenstand
Die Geschichten führen von einer Sorge über den Schlaf in den Traum und mit einem kleinen Gegenstand zurück in den Alltag.

Eine Geschichte wählen, deren Held die Lage deines Kindes kennt

Für dich als Mutter oder Vater ergibt sich daraus ein Schritt, den der Aufbau des Buchs möglich macht. Jede Geschichte trägt ihr Thema schon im Titel, „Ein magisches Bad“ etwa den Zusatz „Selbstbewusstsein stärken“ und „Das magische Seepferdchen“ den Zusatz „Selbstliebe entwickeln“. So kannst du eine Geschichte wählen, deren Thema zu dem passt, was dein Kind gerade beschäftigt. Ein Kind, das sich nicht traut, etwas zu sagen, wenn es geärgert wird, findet sich eher in Timo wieder als in einer Geschichte über einen ganz anderen Kummer. Welche Sorge bringt dein Kind in diesen Tagen mit nach Hause?

Auch die Länge lässt sich wählen. In Entspannte Fantasiereisen für gefühlsstarke Kinder sind die Fantasiereiseerzählungen nach den vier Jahreszeiten geordnet. Die Kapitel zu Sommer und Herbst bestehen aus längeren Geschichten, die zu Frühling und Winter aus kürzeren. Bleibt nur ein kurzer Moment zum Vorlesen, bietet sich eine Geschichte aus Frühling oder Winter an; habt ihr mehr Zeit, passt auch eine aus Sommer oder Herbst. Welche Reise es wird, entscheidest du mit deinem Kind.

Für die Auswahl einer Fantasiereise heißt das, nach einer Figur zu suchen, die die Sorge deines Kindes kennt. Findet dein Kind eine solche Figur, kann es sich in der Geschichte entspannen und wie Timo und Justus etwas aus dem Traum in seinen eigenen Tag mitnehmen.

Häufige Fragen

Wo gibt es kurze Fantasiereisen für Kinder zum Vorlesen?

Kurze Fantasiereisen stehen im Buch von Anika Pätzold in den Kapiteln zu Frühling und Winter; die längeren Geschichten finden sich bei Sommer und Herbst. Jede Geschichte nennt ihr Thema im Titel, etwa „Selbstbewusstsein stärken“ oder „Selbstliebe entwickeln“, sodass sich eine passend zur Sorge deines Kindes auswählen lässt. Laut Vorwort sind alle Geschichten leicht verständlich geschrieben.

Hilft eine Fantasiereise meinem Kind wirklich, zur Ruhe zu kommen?

Laut Vorwort des Buchs ja, denn Traum- und Fantasiereisen befähigen Kinder, sich leichter und schneller zu entspannen. Sie helfen außerdem, spielerisch Lektionen für den Alltag zu lernen. Eine Studie nennt das Buch dafür nicht, und im Vorwort steht dieser Gedanke nach dem Bild eines glücklichen Kindes, das Liebe, Aufmerksamkeit und ein geborgenes Zuhause hat.

Warum funktionieren Fantasiereisen bei Kindern so gut?

Das Vorwort gibt darauf keine ausdrückliche Begründung, beschreibt aber, wie die Geschichten gestaltet sind. Sie spielen in bunten, magischen und trotzdem wirklichkeitsnahen Welten, und mit ihren Heldinnen und Helden kann sich ein Kind identifizieren. Dazu sind sie leicht verständlich geschrieben und sollen zum Träumen ebenso einladen wie zum Schmunzeln und Nachdenken.

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Beratung.

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