Bester Freund hat neue Freunde: Wenn dein Kind Angst hat, ihn zu verlieren

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Inhalt6 Abschnitte
Schaubild: Gespräch und Zusage führen gemeinsam zu Freunde bleiben

Kurz gesagt

Wenn der beste Freund neue Freunde hat, kann ein Kind Angst bekommen, diesen Freund zu verlieren; davon erzählt Anika Pätzold in der Geschichte „Der Schachklub“. Dem Jungen Benni hilft das Gespräch mit seinem Freund und dessen Zusage, dass sie Freunde bleiben, auch wenn andere dazukommen. Eltern können ihrem Kind die Geschichte vorlesen.

Antwort von Redaktion Remote Verlag zum Buch ‚Entspannte Fantasiereisen für gefühlsstarke Kinder‘

Das Wichtigste in Kürze

  • Bennis Mutter hält seine Zerstreutheit für Unlust auf die Schule, und Benni lässt sie in dem Glauben.
  • Bennis Vorwürfe an Thomas sind in der Geschichte ein Zeichen seiner Traurigkeit.
  • Die neue Gruppe wird für Benni von der Bedrohung zur Einladung, als er selbst Schach lernen möchte.
  • Beim Vorlesen kann sich ein Kind in Benni wiedererkennen; laut Vorwort können sich Kinder mit den Helden der Geschichten identifizieren.

Am ersten Schultag nach den Ferien sitzt Benni mit seinen Eltern beim Frühstück und hört gar nicht, dass seine Mutter ihn um den Kaffee bittet. Als er endlich nach der türkisfarbenen Kanne greift, stößt er mit dem Ellenbogen sein Frühstücksei vom Tisch. Nach zwei Wochen mit Computerspielen, Ausschlafen und Filmabenden, meint seine Mutter, könne der Unterricht einen schon mal nerven. Benni gibt ihr recht, doch in Wahrheit plagen ihn ganz andere Probleme, denn sein bester Freund hat neue Freunde.

Vielleicht erlebst du dein Kind gerade ähnlich abwesend und fragst dich, ob es eifersüchtig ist oder traurig wegen einer Freundschaft, die sich verändert.

Die Angst, einen Freund zu verlieren

Wie es dazu kam, erzählt Anika Pätzold im Buch Entspannte Fantasiereisen für gefühlsstarke Kinder in der Geschichte „Der Schachklub“. Bennis bester Freund Thomas hat sich drei Wochen vor den Osterferien mit den Mitgliedern des Schachklubs angefreundet. Seitdem ist er ständig mit ihnen zusammen und hat für Benni kaum noch Zeit. In den Ferien haben sich die beiden nur viermal gesehen, früher dagegen jeden Tag. Für Benni steht fest, dass es so auf keinen Fall weitergehen darf.

Von außen könnte man Bennis Kummer Eifersucht nennen. Das Buch wählt im Untertitel der Geschichte ein anderes Wort und spricht von der Angst, einen Freund zu verlieren. Mit diesem Wort rückt die Sorge in den Blick, die Benni eigentlich umtreibt.

Diese Sorge behält er für sich, auch vor seiner Mutter. Dabei fürchtet er, dass das restliche Schuljahr für ihn die reinste Hölle wird, wenn er nicht bald eine Lösung findet. So nimmt er seine Angst unausgesprochen mit aus dem Haus.

Zig Szenarien auf dem Schulweg

Auf dem Schulweg versinkt Benni immer wieder in Grübeleien. Die vielen blühenden Blumen am Wegesrand bemerkt er gar nicht, weil er in Gedanken zig Szenarien durchspielt und überlegt, wie er darauf reagieren soll. Mehr als alles andere will er seinen besten Freund aus den „Klauen der Schachklub-Gang“ zurückholen. Diese Worte zeigen, wie Benni die Lage sieht, denn in seinen Augen haben die anderen Kinder ihm den Freund weggenommen.

In der Klasse steht Thomas schon am Tisch der Martin-Zwillinge, die ebenfalls im Schachklub sind. Er grüßt Benni fröhlich, und Benni winkt deutlich weniger begeistert zurück. Mit einem Blick will er Thomas zu verstehen geben, dass er dringend mit ihm reden muss. Thomas versteht den Blick allem Anschein nach nicht, lächelt nur und wendet sich wieder den Zwillingen zu. Grummelnd setzt Benni sich an seinen Platz am Fenster. Was er sich auf dem Weg ausgemalt hat, bleibt damit weiter unausgesprochen.

Als die Pferde mit ihm durchgingen

Als es klingelt, setzt sich Thomas nach einer gefühlten Ewigkeit endlich neben Benni und fragt, warum Benni wie drei Tage Regenwetter guckt. Jetzt bricht heraus, was sich angestaut hat. Benni fragt ärgerlich, ob Thomas nur noch mit „denen“ abhängt. Thomas denkt an die Martin-Zwillinge und wundert sich, dass Benni etwas gegen sie hat, während es Benni um den ganzen Schachklub geht. Weil Thomas ihn wieder nicht versteht, wird Benni schärfer. „Willst du überhaupt noch neben mir sitzen?“, schimpft er gedämpft, damit niemand mithört. Er bietet Thomas an, seinen Tisch doch gleich neben den der Zwillinge zu stellen, dann habe er wenigstens seine Ruhe. Danach starrt Benni aus dem Fenster.

Die Geschichte erklärt diesen Ausbruch gleich mit. Eigentlich hat Benni sich das Gespräch ganz anders vorgestellt, doch irgendwie sind die Pferde mit ihm durchgegangen, wie sein Reitlehrer Matheus immer sagt. In diesem Moment fällt ihm kein anderer Weg ein, Thomas zu zeigen, dass er traurig ist. Hinter den Vorwürfen steckt also Traurigkeit, die Benni noch nicht aussprechen kann.

Freunde bleiben, auch wenn andere dazukommen

Thomas reagiert auf den Vorwurf ohne Gegenwehr. Er kennt Benni lange genug, um zu wissen, was sein Freund jetzt braucht, und drückt ihm lange die Schulter, ohne darauf zu achten, was die anderen Kinder denken. Mit weicher Stimme verspricht er, dass sie Freunde bleiben, auch wenn er ab und zu mit den anderen aus dem Schachklub etwas unternimmt. Benni bleibe sein bester Freund, versichert er, und das werde sich nicht ändern. Zum Schluss sagt Thomas den Satz, der genau auf Bennis Angst antwortet:

„Du brauchst keine Angst zu haben, dass du mich verlierst.“

Benni fragt mit zitternder Stimme, ob Thomas das wirklich ernst meint. Thomas nickt, und am Ausdruck in seinen Augen erkennt Benni, dass jedes Wort stimmt. Ihm fällt ein Stein vom Herzen, und die Anspannung der letzten Zeit ist auf einmal verschwunden.

Jetzt kann Benni auch die neue Gruppe mit anderen Augen sehen. Er bittet Thomas, ihm das Schachspielen zu zeigen, vielleicht mache er dann ja auch mit. Mit Thomas' Zusage hat in Bennis Welt beides Platz, der alte Freund und dessen neue Freunde. Aus der „Schachklub-Gang“, die Benni eben noch bedrohlich vorkam, wird so etwas, das ihn neugierig macht.

Bennis Vorsatz als Geschichte zum Vorlesen

Thomas boxt Benni freundschaftlich gegen den Arm und sagt sofort zu, warnt ihn aber mit einem Grinsen, bloß nicht besser zu werden als er. In diesem Moment spürt Benni deutlicher denn je, dass ihre Freundschaft noch immer großartig ist. Die Geschichte endet mit seinem Vorsatz:

„Er nahm sich fest vor, das nächste Mal viel, viel eher mit seinem Freund über seine Ängste zu sprechen!“

Gleich darauf folgt Bennis erleichtertes „Mann, tat das gut!“.

Wozu solche Geschichten gedacht sind, beschreibt das Vorwort des Buchs. Danach erleichtern sie Kindern das Entspannen und vermitteln ihnen zugleich auf spielerische Weise wertvolle Lektionen für den eigenen Alltag. Mit den Heldinnen und Helden, heißt es dort, können sich Kinder identifizieren.

Wenn dein Kind gerade in Bennis Lage ist, kannst du ihm die Geschichte vom Schachklub vorlesen. Beim Zuhören erlebt es mit Benni, wie sich diese Angst anfühlt, und kann Bennis Vorsatz als eigenen Gedanken mitnehmen. Vielleicht erkennt es sich in Benni wieder und in Thomas den Freund, der gerade so viel Zeit mit anderen verbringt.

Wenn dein Kind gereizt oder abwesend wirkt, seit sein bester Freund neue Freunde hat, hilft dir Bennis Geschichte, darin mehr zu sehen als schlechte Laune. Und dein Kind bekommt mit Benni einen Helden, der dieselbe Angst kennt und erlebt, wie gut es tut, sie auszusprechen. So hat es am Ende ein Bild davon, dass ein Freund neue Freunde haben und trotzdem der beste Freund bleiben kann.

Häufige Fragen

Welches Gefühl steckt hinter der Eifersucht eines Kindes auf die neuen Freunde seines besten Freundes?

In der Geschichte „Der Schachklub“ ist es die Angst, einen Freund zu verlieren, so lautet auch ihr Untertitel. Benni sieht, dass Thomas seit seiner Freundschaft mit dem Schachklub kaum noch Zeit für ihn hat, und fürchtet um die Freundschaft. Thomas' Versprechen richtet sich deshalb genau auf diese Angst.

Warum macht ein Kind seinem besten Freund Vorwürfe, wenn der neue Freunde hat?

In der Geschichte macht Benni Vorwürfe, weil er traurig ist und nicht weiß, wie er das anders zeigen soll. Er will Thomas aus den „Klauen der Schachklub-Gang“ zurückholen und hat sich das Gespräch eigentlich anders vorgestellt. Sein spitzes Angebot, den Tisch umzustellen, ist so gesehen ein Ausdruck seiner Traurigkeit.

Was hilft meinem Kind, wenn sein bester Freund neue Freunde hat?

In der Geschichte hilft Benni das Gespräch mit seinem Freund und dessen Versprechen, dass ihre Freundschaft bleibt, auch wenn er ab und zu mit anderen etwas unternimmt. Danach nimmt Benni sich vor, beim nächsten Mal viel früher über seine Ängste zu sprechen. Laut Vorwort können Kinder solche Einsichten über die Helden der Geschichten in ihren eigenen Alltag mitnehmen.

Woran merkt man, dass ein Kind wegen seines besten Freundes traurig ist?

In der Geschichte merkt es zunächst niemand, denn Benni zeigt seine Sorge nicht offen. Er ist beim Frühstück so zerstreut, dass sein Ei auf dem Boden landet, und seine Mutter hält das für Unlust auf die Schule. Benni widerspricht nicht, grübelt allein auf dem Schulweg und ist in der Klasse wütend auf seinen Freund. Das Buch erzählt damit einen Fall und gibt keine Liste von Anzeichen.

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Beratung.

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